Worum gehts?
„Mit dem Chaos, das ihr Tag für Tag fabriziert, könnte man ganze Bücher füllen!“ Gar keine schlechte Idee, findet der Siebtklässler Rasmus. Und so beginnt er, den Alltagstrubel an der Hiob-Schule einfach mal aufzuschreiben.
Schnell stellt sich heraus – nicht nur die Schüler sorgen für Tumult, auch in den Lehrern steckt eine Menge Chaos … Ein turbulentes Schuljahr voller großer und kleiner Katastrophen, das beweist, dass keine Schule zu klein ist, um chaotisch zu sein.
Lustige Schulgeschichten, heimlich im Unterricht unter dem Tisch aufgeschrieben und herausgeschmuggelt. Nachwuchsautor Joas Föll erzählt vom alltäglichen Schulchaos – frech, abgedreht, witzig.
Treffe Sascha, Frau Meyer, Herr Bruchsaal, Rasmus und all die anderen Chaoten und mach mit ihnen Hergendorf und Umgebung unsicher! Für Schüler, Lehrer und alle, die ersteres einmal waren und zweiteres garantiert nicht werden wollen …
ISBN Taschenbuch: 978-3-99152-939-2
ISBN E-Book: 978-3-99152-938-5
266 Seiten
Humorvolle Schulgeschichten –
Von Schülern für Schüler
Erschienen:
Mai 2021
Verlag:
Buchschmiede
Leseprobe:
Am Ende der Mathestunde kam die Diskussion erneut auf das Thema „Hitzefrei“.
„Menschenskinder – könnt ihr euch denn nicht damit abfinden, mal ein oder zwei Wochen in einem Klassenzimmer mit über fünfundzwanzig Grad Unterricht zu machen?“, fragte Herr Kaiser, dem dieser Punkt wohl schon auf die Nerven ging.
„Könnten Sie sich denn nicht mal damit abfinden, dass wir ein paar Tage mal früher nach Hause dürfen, wenn es hier so brütend heiß wird?“, setzte Ben genervt dagegen, „Haben wir denn hier überhaupt kein Mitspracherecht?“
„Genau, was für eine Staatsform ist eigentlich diese Schule?“, setzte ich sarkastisch hinterher.
Unser Lehrer wirkte kurz verdattert, dann begann er zu überlegen.
„Wenn wir hier demokratisch wären, könnten wir die Mehrheit entscheiden lassen, ob sie bei 30 Grad noch Unterricht haben wollen“, führte ich meine Idee fort.
„Wir sind aber keine Demokratie“, entgegnete Herr Kaiser schnell.
„Das hatte ich mir gedacht“, meinte ich nüchtern, „wir gehen eher in die Richtung Diktatur.“
– „Bitte was?! …“, stotterte Herr Kaiser, dann hielt er kurz inne und überlegte.
„Das stimmt, eine ganz hinterlistig-fiese Diktatur ist das!“, meinte Sascha trocken, „Nieder mit den Eliten!“
„Nein“, entgegnete Herr Kaiser fest, „wir sind hier eine Monarchie. So ist das! Frau Meyer ist die Königin.“
Damit war das Thema für ihn erledigt und er verließ schnell das Klassenzimmer, bevor die Revolte eskalieren konnte…

Notiz des Autors:
„Die Chronik der Hiob-Schule“ war mein erster Versuch, ein Buch zu schreiben. Es war ein echtes Abenteuer und ich bin stolz auf mein 14-jähriges Ich, dass es dieses Projekt durchgezogen hat.
Inzwischen ist es nicht mehr die Art von Buch, die ich schreiben würde. Als das Projekt begann, war ich ein zwölf Jahre alter ADS-Verdachtsfall, dessen Schreibtisch aussah wie Kambodscha nach dem Erdbeben. Ich hatte die Schule langsam satt. Die vier Jahre bis zum Abschluss kamen mir vor wie anderthalb Ewigkeiten. Doch irgendwie musste ich diese Jahre noch rumbringen. Also begann ich, auf Notizblöcken und Schmierblättern Alltagsereignisse aufzuschreiben. Ich befürchte, mein eifriges Notizenschreiben hat unsere Klassenclowns manchmal schlimmer angestachelt, als Frau Fiores* Nerven ertragen konnten.
In der siebten Klasse nahm ich mir großspurig vor, ein Buch aus meinen Notizen zu machen. Montags blieb ich nach der Schule eine Stunde länger und wartete auf meine Brüder. Auf dem Flur suchte ich mir ein ruhiges Plätzchen, startete meinen Laptop und begann, zu tippen. Leises Murmeln ringsum aus den Klassenzimmern, hin und wieder mal ein neugieriger Grundschüler der Fragt „Was machst’n da???“ – Die perfekte Atmosphäre zum Schreiben von Schulgeschichten. Bald begann ich Ereignisse auszuschmücken und zu erfinden. Ich fand es lustig, da ich schnell selbst nicht mehr wusste, was wirklich passiert war und was nicht.
Auf Bitte der Rektorin (Gut, „Bitte“ ist freundlich ausgedrückt…) begann ich, meine Geschichten zu verfremden. Nach und nach entstand die Hiob-Schule, ähnlich, aber doch völlig anders. Für mich war es vor allem ein Freibrief, noch mehr Chaos zu erfinden.
Mein großartiger Deutschlehrer schlug irgendwann vor, das fertige Werk als GFS-Arbeit in der neunten Klasse einzureichen. Das machte ich dann auch und veröffentlichte es im Selbstverlag, damit es jeder Mitschüler und Lehrer, der Lust darauf hatte, lesen konnte.
An meiner ehemaligen Schule genießt das Buch inzwischen den Status eines kleinen Klassiker und wird immer noch gerne gelesen. Also, von den Schülern. Heimlich, versteht sich.
*Name geändert



