Weihnachten mit der Hiob-Schule

Worum gehts?

Langweilig wird es an der Hiob-Schule wirklich nie. Wie auch? Bei all den bekloppten Ideen, die den Schülern – und auch den Lehrern – den ganzen Tag über kommen?

Mitten im alljährlichen Vorweihnachtstrubel gehen an der Hiob-Schule eigenartige Dinge vor sich.
Die Achtklässler sind in geheimer Mission unterwegs, Frau Fiores Kunstunterricht mutiert spontan in eine Jodelstunde und der Pausenhof verwandelt sich über Nacht in einen Eiskanal …

In einer turbulenten Weihnachtsgeschichte erzählt der Achtklässler Rasmus von seiner chaotischen Klasse, brandgefährlichen Wichtelgeschenken, waghalsigen Geheimmissionen und der verrücktesten Strafarbeit aller Zeiten…

ISBN Taschenbuch: 978-3-99152-945-3
ISBN E-Book: 978-3-99152-944-6

186 Seiten

24 Kapitel
Super als Adventskalender!

Erschienen:
November 2021

Verlag:
Buchschmiede

Leseprobe:

Die Vesperpause ließ sich heute eher mit einer Art Basketball-Match vergleichen.
Die Regeln des Spieles waren natürlich etwas verändert: Es galt keine Körbe, sondern nur Mülleimer zu treffen. Und anstelle eines Balls hatten wir nur einen Tafelschwamm. Sascha, Felix und Sara bildeten die eine, Leander, Ben und Jonas aus dersechsten (der sich dem Chaos in seiner Klasse entzogen hatte) bildeten die andere Mannschaft. Ben taufte das Spiel, als Abwandlung von Basketball, Trashcan Sponge, kurz TS.
Andreas übernahm den Part des Schiedsrichters und ich gab den TV-Kommentator. Wir saßen auf der Fensterbank, um dem Spiel nicht im Weg zu sein.
Das Klassenzimmer war durch die mittlere Sitzreihe in zwei Hälften unterteilt. Der Mülleimer der einen Mannschaft stand etwas wackelig oben auf der Tafel, der der anderen thronte auf einem kleinen, an die gegenüberliegende Wand geschraubten Regal, etwa in gleicher Höhe. Die Spielzeit betrug genau die Zeit, bis aus dem Nachbarzimmer der Ruf: „Der Lehrer kommt“ erschallen würde – Dann würde das Spiel abgepfiffen und der, der mit mehr getroffenen Mülleimern führte, gewann das Spiel. Die weiteren Regeln wurden während des Matches erfunden.
Eigentlich hätte man uns Nachspielzeit geben müssen, da der Mülleimer von der Tafel bei zwei Beinahetreffern seinen Posten verlassen hatte und daraufhin beim ersten Mal Leander, beim zweiten Mal Schulhund Nola auf den Kopf gefallen war. 

Nola, ein brauner Labrador und die Hündin unseres Deutschlehrers Herrn Stavning, war eigentlich nur kurz ins Klassenzimmer gekommen, da sie
nach Essen suchte. Nola war immer hungrig. Ihr erster Gang, in welches Klassenzimmer sie auch immer kam, war der Gang zum Restmülleimer, wo sie jegliche mehr oder minder genießbaren Bioabfälle zu sich nahm.
Danach lief sie normalerweise von Tisch zu Tisch und bettelte um Stücke vom Pausenbrot. Bei einigen wusste sie mittlerweile, dass sie betteln konnte ohne Ende, aber trotz allem nichts bekam. Bei diesen sparte sie sich nun das Betteln und ging gleich zum Raubüberfall über. Sascha war so schon öfters um ein Schinkenbrötchen erleichtert worden.
Und so trottete sie auch in dieser Vesperpause seelenruhig durch unser Klassenzimmer, beziehungsweise unser Spielfeld. Als ihr der Mülleimer auf den Kopf fiel, stieß sie einen empörten Jauler aus, wich zurück und kläffte vorsichtshalber einmal. 

Im nächsten Moment kam Herr Kaiser zur Türe herein. „Was ist denn hier los???“, fragte er und schüttelte ungläubig den Kopf.
„Nichts, wir machen hier nur Vesperpause“, versicherte Leander ihm hastig.
Ben und Felix hatten sich schnell auf ihre Stühle in der ersten Reihe gesetzt und taten unbeteiligt. Jonas wollte wohl lieber nicht außerhalb seines eigenen Klassenzimmers gesehen werden und war in der Spalte zwischen Schrank und Wand am Zimmerende in Deckung gegangen.
„Ach so…“, Herr Kaiser grinste. „Natürlich, weil ihr hier ganz normal Vesperpause macht, steht auch der Plastikmülleimer da hinten auf dem Regal…“ – Seine Worte trieften von Ironie.
Leander lächelte etwas verlegen.
Herr Kaiser schaute sich im Klassenzimmer um. „Vom Flur aus klang es so, als ob der Dachboden samt diesem Zimmer von einer Herde wilder Büffel eingenommen würde. Da dachte ich, ich schaue mal lieber nach, was hier los ist…“, sagte er, drehte sich um und wollte das Klassenzimmer gerade wieder verlassen, da platzte es aus Sascha hervor: „Herr Kaiser, was für einen Dachboden meinen Sie?“.
– „Den verborgenen Dachboden der Schule“, Herr Kaiser drehte sich zurück zur Klasse und grinste verschwörerisch. „Über euren Köpfen befindet sich ein unbenutzter Dachboden mit einem verborgenen Eingang… Schon viele Schüler haben ihn gesucht, aber kein Schüler und, soweit ich
weiß, auch kein Lehrer hat ihn jemals betreten.“
„Cool!“, Sascha gefiel die Geschichte offensichtlich und er fragte gleich weiter: „Wissen Sie zufällig, wo der Aufstieg zum Dachboden ist?“
„Natürlich. Im Lehrerschrank in Klasse drei und vier. Da führt eine Leiter hoch“, sagte Herr Kaiser trocken, setzte dann aber, wie wenn ihn plötzlich
das ungute Gefühl beschlichen hätte, zuviel gesagt zu haben, hinzu: „Herr Wolf sagt, der Dachboden ist einsturzgefährdet und niemand soll da hoch. Daher geht auch niemand da hoch“. Er sah mit einem eindeutigen Blick zu Sascha und Leander hinüber, dann drehte er sich um und verließ den Raum.
In Saschas Augen lag ein abenteuerlustiges Funkeln, als er sagte: „Toll, wie schnell er sich verplappert, unser lieber Herr Kaiser. Das mit dem Dachboden klingt echt spannend. Herr Wolf wird seine Gründe haben, warum er dort niemanden oben haben will… Und wir werden es herausfinden!“.

Notiz des Autors:

„Weihnachten mit der Hiob-Schule“ ist eine Was-wäre-wenn?-Geschichte. Was wäre, wenn so etwas an meiner Schule passiert wäre?

Die Rahmenhandlung des Buches ist vollkommen frei erfunden. Nur der geheime Dachboden ist echt. Ich war zwar noch nie oben, aber ich weiß ganz genau, wo sich der Aufgang befindet…

Über die gesamte Buchreihe und die Entstehung der Hiob-Schule habe ich bereits hier etwas ausführlicher geschrieben. Im Großen und Ganzen trifft was ich dort schreibe auch auf dieses Buch zu. 

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